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Thema: Verzinkung von "ETG 88"

  1. #1
    HF
    HF ist offline Unerfahrener Schreiber Calcium
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    Standard Verzinkung von "ETG 88"

    Grüssung!!

    Eigentlich wäre dieser Thread ja eher in der Rubrik "Werkstoffe" angesiedelt, aber die ist nicht vorhanden (was ich jetzt auch gar nicht so schlimm finde - keine Kritik!!) und deshalb landet er hier, weil's eben um das Verzinken (alkalisch CN-frei) von diesem Material geht.

    Hat jemand mit diesem Stahl schon einmal Erfahrung gemacht??

    Zusammensetzung:
    C: 0,48%
    Si: 0,30%
    Mn: 1,65%
    P: max 0,04%
    S: 0,33%

    Das Problem ist, dass formgleiche und größengleiche Bauteile bei "normalem" Stahl problemlos galvanisierbar (Trommelware) sind, allerdings bei ETG 88 immer wieder Blasen oder manchmal Flitter hervorgerufen werden, wobei es sich nicht um verzögerte Flitterbildung handelt, da sie sofort erkennbar sind.

    Was wir schon gemacht haben, aber es wurde nciht besser:
    - Glanz- und Grundzusätze im Zn-Bad reduziert (bis an die "Schmerzgrenze")
    - Zn-Gehalt variiert
    - Vorbehandlung gewechselt, verstärkt bzw. von silikatfrei auf silikathaltig umgestellt

    Bin für jeden Hinweis dankbar, auch wenn Erfahrungen mit ETG 100 vorliegen, denn ich fürchte, das kommt in Kürze ebenfalls auf uns zu.

    Viele Grüße
    hf
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  2. #2
    Avatar von ethoxyethan
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    Standard Re: Verzinkung von "ETG 88"

    Hi,
    welche zusammensetzung hat dein "normaler" Stahl, vielleicht kannst du am unterschied der legierung schon erkennen ob es daran liegt. gibt es unterschiede an der oberfläche von der herstellung her: zB gegoßen, gezogen
    wie wird die oberfläche aktiviert? mit was wird gebeizt?
    handelt es sich um ein K oder Na Zinkbad(rein aus interesse)?
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  3. #3
    Avatar von n00bert
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    Standard Re: Verzinkung von "ETG 88"

    Alles über 0,35% Kohlenstoff kann einem Sorgen bereiten.
    Ansonsten fällt mir an der Legierung nichts (besonders) negatives auf (S viel?).
    Dementsprechend Vorbehandlung so wählen, dass das eindiffundieren von Wasserstoff eingeschränkt wird.

    - möglichst nicht E-Entfetten
    - wenn unumgänglich nur anodisch und bei geringerer Stromdichte ca. 2-3 min
    - möglichts nicht Beizen. Oder nur sehr kurz. Lieber hoch mit der konz. als mit der Zeit.
    - ewt. Spülen erneuern.

    Habt ihr noch Ausweichverfahren? Sauer Zn? Zn/Ni? ewt Zn/Fe?


    Gruß
    n00bert
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  4. #4
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    Standard Re: Verzinkung von "ETG 88"

    Hallo HF!

    Meiner Information nach ist ETG 88 und ETG 100 ein Automatendrehstahl mit hoher Ausgangsfestigkeit. Wichtig wäre zu wissen ob dieser noch eine Wärmebehandlung efahren hat. Probleme wird Dir vor allem das Schwefel bereiten. Ich denke das im Werkstoff es zu intermetallischen Verbindungen kommt die spanbrechend zur besseren Bearbeitung wirken. Das wiederum macht Dir Probleme bei der Vorbehandlung. Wie Noobert würde ich dir empfehlen nicht zu beizen oder falls nötig nur mit starken Beizinbihtoren zu arbeiten. Anodisch Entfetten kurz und kräftig. Ich denke durch das Beizen bildet sich eine Art Belag auf der Oberfläche aus intermetallischen Verbindungen, der dir hinterher Probleme macht. Nimm dir doch mal die Vorbehandlung ins Labor und beobachte mal den Oberflächenzustand und die Benetzung der Teile nach jedem Prozessschritt, vielleicht erkennt man was und dann kann man an der entsprechenden Schraube drehen. Ich kenne die Werkstoffe zwar nicht namentlich, aber hatte ähnliche Erfahrungen mit anderen Automatendrehstählen.

    Gruss,

    Blumi
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  5. #5
    Avatar von Skippy
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    Standard Re: Verzinkung von "ETG 88"

    Recht viel Kohlenstoff. Alles über 0,35% kann einem Sorgen bereiten.
    Na wirklich widersprechen möchte ich da nicht, da mir die erfahrung in dem bereich fehlt.

    Aber normaler Billigstahl (gern auch Wald und Wiesenstahl) genannt enthält locker 1-2%Kohlenstoff und lässt sich erfahrungsgemäß sehr gut bearbeiten irgendwie widerspricht sich das mt deiner Aussage, oder?



    Wie mir damals mein Chef erzählt hat haben sie die Vorbehandlung in der Firma auch ein bißchen variiert weil immer wieder Problemstähle zu verarbeiten waren.

    -Wenn der Stahl nach dem beizen etwas dunkel wird haben wir die Teile immer kurz (3-4sek) in ein cyanidischen stripper getaucht

    Und bei der entfettung steht ein eimer mit hochkonzentrierter NaOH und nen Schwamm drin.
    Dann halt handschuhe an die teile dann erst mit dem Schwamm abwaschen und dann kurz für max.10 sekunden elektrolytisch entfetten(ich glaube anodisch) bei 10Volt dann halt dekapieren und verzinken.

    damit haben wir gute erfahrungen gemacht und zumindest in der Zeit wo ich dort in der Firma war hat uns nie ein Stahl probleme bereitet.

    Ein einziges mal hatten wir problem und die teile mussten wir nach dem beizen erst mit ner Messingbürste(natürlich motorisiert) abbürsten.

    was mich wundert ist doch das Silizium zumindest im Aluminium sehr gern probleme bereitet also könnte es doch hier auch so sein oder?
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  6. #6
    pyrophos Gast

    Standard Re: Verzinkung von "ETG 88"

    Wie Blumi geschrieben hat, wurde eine Wärmebehandlung gemacht. Ansonsten aus meiner Erfahrung sollte dieser Stahl kein Problem sein. Gut es könnte gezogenes Material sein, wo natürlich massive Verunreinigungen in das Material gebracht werden können.
    Mach doch mal nach jedem Vorgang den Deckel der Trommel auf! Ich sehe das Problem in der Vorbehandlung.
    Hat so manches Problem gelöst mal in die Trommel zu schauen.
    Gruss
    Wädi
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  7. #7
    Avatar von n00bert
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    Standard Re: Verzinkung von "ETG 88"

    Zitat Zitat von Skippy
    Aber normaler Billigstahl (gern auch Wald und Wiesenstahl) genannt enthält locker 1-2%Kohlenstoff und lässt sich erfahrungsgemäß sehr gut bearbeiten irgendwie widerspricht sich das mt deiner Aussage, oder?
    Normaler Baustahl soll ca. 0,2% enthalten. (so kenne ich es persönlich auch)
    Ab (...nachdenk*) 2% redet man von Gusseisen.

    Werkzeugstahl hat meist einen für das alkalische Verzinken zu hohen Kohlenstoffgehalt. (0,5 - 1,5%)

    Zu der "Grenze" von 0,35% gibt es bestimmt noch andere Meinungen und Angaben.

    Ich schaue mir immer gerne mal die Werstoffnummern oder Materialangaben an. (Wenn sie mal angegeben werden...)
    Soweit ich das sagen kann, liegt der C-gehalt, bei den Materialien die wir beschichten, unter dieser "Grenze". Aber ich kenne natürlich nicht jedes unserer Teile.
    Was ich auch sagen kann ist, dass es bei uns schon ähnliche Probleme gab. Geholfen hat das Verkürzen der Beizzeit.

    Ein Satz aus der Lehre
    "Wenn du nicht Beizen musst dann Beiz nicht."

    ---

    Mit dem Schwefel dachte ich ja erst "naja wir haben auch Automatenstahl mit erhöhtem Schwefelgehalt" aber da sind wohl keine 0,3% S einlegiert.

    ---

    Mein (üblicher) Verdächtiger bleibt aber der Kohlenstoff.

    Der ist es im Zweifelsfall doch immer

    Gruß
    n00bert

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  8. #8
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    Standard Re: Verzinkung von "ETG 88"

    Hi Leute,

    ich find die Idee von pyrophos nicht schlecht, nach jeder Station die Trommel zu öffnen und nachzuschauen.

    MfG

    Blumi
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  9. #9
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    Standard Re: Verzinkung von "ETG 88"

    Hallo zusammen!

    zunächst einmal vielen Dank für die zahlreichen Beiträge.

    Nochmal ein paar Fakten zum Problem (welches bisher noch nicht wirklich gelöst werden konnte)

    - es wurde KEINE Wärmebehandlung durchgeführt, denn ETG 88 bzw. ETG 100 sind Stähle, die durch ein besonderes Herstellungsverfahren eine sehr hohe Zugfestigkeit besitzen.
    - werden die Teile für ca. 20 min. gescheuert, reduziert sich die Zahl der Blasen deutlich.

    Ich vermute auch, dass es sich hierbei um ein Problem innerhalb der Vorbehandlung handelt und werde mal - wie von Euch angeregt - nach jedem Schritt in die Trommel schauen :wink:

    Auch werde ich den Tipp, die Beize zu überspringen mal probieren ...

    ... ich halte Euch auf dem Laufenden!

    bis dann, Grüße
    hf
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  10. #10
    Avatar von HCN
    HCN
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    Standard Re: Verzinkung von "ETG 88"

    Hi,
    dass das Scheuern Vorteile bringt beruht wahrscheinlich auf der Verdichtung der Oberfläche was man ja bei Gussteilen auch gerne macht, allerdings werden die meistens mit Stahlkugekn gestrahlt.
    Vielleicht kann man auf diesem Wege noch eine Verbesserung bewirken.

    mfG
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  11. #11
    Avatar von Andre
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    Standard

    "ich halte Euch auf dem Laufenden!"
    und wie ist es weiter gegangen?????? HF
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