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Thema: Korrosionsschutz

  1. #1
    Sietz ist gerade online Benutzer Natrium
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    Standard Korrosionsschutz

    Servus,

    haben momentan Probleme, Teile, die zum Rostschutz in Öl eingelegt sind, wieder sauber zu bekommen. Bei den Teilen handelt es sich um kleine Stahlstifte , die beiseitig eine ca.5mm tiefe Sackbohrung (Durchmesser ca. 1mm) haben. Die Teile werden nach dem mech. Bearbeiten in einem Behälter mit Öl gelagert und weitergeliefert, da die Oberfläche sehr glatt sein muss und daher nicht rosten darf.
    In der Ultraschallentfettung bekommen wir das Öl nicht vernünftig aus den Sackbohrungen. Ich vermute dass es sich um ein synthetisches Öl handelt, da es sich nicht verseifen lässt.
    Was würdet ihr machen? anders entfetten (Lösemittel usw) oder anderes Öl probieren
    Habe auch schon überlegt ob es nicht etwas gibt, dass den Stahl vor Rost schützt und wasserlöslich ist, sodass es wieder leicht entfernen lässt bzw. die Beschichtung nicht so stark stört. Würde es mit einer alk. Lösung (Soda / Natronlauge) gehen?

    Bevor ich etwas versuche, möchte ich sehen, was ihr dazu sagt
    danke im vorraus.
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  2. #2
    Avatar von Krayzie
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    Hi,

    bei uns hatten wir auch schon gewisse ölprobleme gehabt. Wir benutzen einen Automaten der mit Perchloretylen die Teile entfettet. Klappt manuell aber auch sehr gut. Habe damit bis jetzt jeden Ölfilm herunter bekommen. Teile paar Minuten drin liegen lassen und dann abputzen.
    Vielleicht hast du ja die möglichkeit an eine geringe menge dran zukommen.
    Einen Versuch ist es wert.

    Dustin
    Ich kenne nicht die Antwort, aber ich bewundere das Problem!

    Ihr könnt Galva-Projekt helfen!
    oder etwa
    Gerade in Schreiblaune?
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  3. #3
    Avatar von H2O
    H2O
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    Tach,

    ich würde ein anderes Öl probieren. Im Prinzip ist es wurscht welches Öl während der Lagerung verwendet wird, weil es ja sowieso wieder runter muß. Das Öl muß nur verhindern, dass Feuchtigkeit an die Oberfläche kommt und dadurch Korrosion ausgelöst wird. Also einfach ein sehr dünnflüssiges, leicht flüchtiges Öl verwenden z.B. Petroleum im Prinzip reicht auch Waschbenzin (natürlich für den Fall, dass die Teile bis zur Weiterverarbeitung drin liegen bleiben).

    Tetrachlorethen (Per) ist wie Krayzie schon ausgeführt hat ein ausgezeichnetes Lösemittel für Öle und Fette. Allerdings ist der Umgang damit, durch verschiedene Verordnungen nicht ganz unkompliziert.

    Natronlauge und Soda zum Korrosionsschutz würde ich nicht empfehlen. Alkalien lassen sich schlecht abspülen. Reste konzentrieren sich auf und binden CO2 aus der Luft. Es werden schwerlösliche Carbonate gebildet die zu unschönen Verkrustungen führen können.

    Gruß
    H2O
    Geändert von H2O (07.05.2009 um 08:25 Uhr)
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  4. #4
    Avatar von magnum
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    Mal ein Ansatz ganz ohne Chemie:

    Nach der Reinigung Lagerung im Vakuum oder zumindest in einem abegschlossenen , trockenen Raum? ................. mal ganz blöd: Tupperdose.
    Dürfte bei kleinen Teilen doch kein Problem sein.


    Das Entfernen von alkalischen Filmen ist in der Galvanotechnik durch angesäuerte Lösungen (Dekapierungen) durchaus keine Hexerei.


    /magnum
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  5. #5
    Avatar von H2O
    H2O
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    Das Entfernen von alkalischen Filmen ist in der Galvanotechnik durch angesäuerte Lösungen (Dekapierungen) durchaus keine Hexerei
    Ja , das ist mir bekannt. Jedoch hat man man nach saurer Behandlung des Stahls wieder eine sehr korrosionsanfällige Oberfläche. Insbesondere nicht oder nieder legierte Stähle rosten schon wenn sie nur in der Nähe saurer Chemikalien kommen.

    Gruß
    H2O
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  6. #6
    Avatar von magnum
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    Zitat Zitat von H2O Beitrag anzeigen
    Ja , das ist mir bekannt. Jedoch hat man man nach saurer Behandlung des Stahls wieder eine sehr korrosionsanfällige Oberfläche. Insbesondere nicht oder nieder legierte Stähle rosten schon wenn sie nur in der Nähe saurer Chemikalien kommen.

    Gruß
    H2O


    Si ,

    ich würde ja auch erst kurz vor dem Beschichtungsprozess dekapieren.
    Nass in Nass.

    Entfetten
    Spülen
    Dekapieren
    Spülen
    Beschichten

    Natürlich hast du aber recht.
    Alkalische Lösungen sind nicht unbedingt eine elegante Lösung


    /magnum
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  7. #7
    Avatar von H2O
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    Für Galvaniker manchmal seltsam anmutende Antworten meinerseits liegen vielleicht darin begraben, dass ich mich mit Oberflächenbehandlung allgemein beschäftige.
    Galvanische Behandlungen stellen hier ein Teilgebiet dar. Das heißt wenn jemand von Korrosionschutz oder Entfettung spricht und nicht explizit erwähnt wird, dass es sich um eine galvanisierte Oberfläche oder eine noch zu beschichtende Oberfläche handelt, setzte ich das deshalb nicht unbedingt voraus.
    Korrosionsschutzbehandlungen und Entfettungsbehandlungen werden in großem Umfang eben auch an nichtbeschichteten bzw. nicht zu beschichtenden Oberflächen durchgeführt. Deshalb manchmal auch die Betrachtung aus einem für den Galvaniker ungewohnten Blickwinkel.

    Nichts für ungut
    H2O
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  8. #8
    Avatar von magnum
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    Zitat Zitat von H2O Beitrag anzeigen
    Deshalb manchmal auch die Betrachtung aus einem für den Galvaniker ungewohnten Blickwinkel.

    Nichts für ungut
    H2O
    Der liebe Gott liebt die Vielfalt und das Forum sicherlich auch.

    Vielleicht verrät uns Sietz was er mit den Teilen nach dem Reinigen noch vor hat und ob schon geholfen werden konnte.



    /magnum
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  9. #9
    Sietz ist gerade online Benutzer Natrium
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    Danke für die Antworten. Werde mal schauen, ob sich einanderes Öl besser entfernen lässt. Entfetten mit Lösemittel könnte ich auch mal versuchen, weiß aber nicht welche wir in der Firma haben.
    Sorry, hab ich vergessen: die Teile werden chemisch vernickelt (aus Verschleißschutzgründen)

    Blasen und abblätterndes Nickel haben wir immer nur auf den Stirnflächen im Bereich um die Sackbohrungen, auch wenn die Teile nach dem Entfetten und Dekapieren scheinbar sauber sind. Wahrscheinlich läuft wegen der hohen Temeratur im chem. Ni- Bad Öl (das man manchmal trotz 2h Abkochentfettung mit Ultraschall nicht vollständig aus den Sackbohrungen kriegt) heraus und verursacht die Haftungsprobleme.
    Geändert von Sietz (07.05.2009 um 20:15 Uhr) Grund: etwas vergessen
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  10. #10
    Avatar von magnum
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    Wie schauts aus gundsätzlich ohne Öl zu arbeiten und die Umgebuns/Lagerbedingungen zu ändern ?



    /magnum
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  11. #11
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    hab ich auch schon überlegt. evtl. Teile auch nur leicht mit Öl benetzen, sodass erst gar kein Öl (oder nicht so viel ) in die Sackbohrung kommt. Vielleicht bekomme ich ein paar Ausschussteile zum Probieren. Mal schauen wies am besten geht, werd dann schreiben wie wirs gemacht haben.
    Geändert von Sietz (07.05.2009 um 20:54 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler
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  12. #12
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    Zitat Zitat von Sietz Beitrag anzeigen
    hab ich auch schon überlegt. Teile nur leicht mit Öl benetzen, sodass erst gar kein Öl (oder nicht so viel ) in die Sackbohrung kommt. Vielleicht bekomme ich ein paar Auschussteile die ich einölen und dann einige Tage rumliegen lassen kann, um zu sehen ob sie rosten.
    Mal schauen wies am beste geht, werd dann schreiben wie wirs gemacht haben.

    Nö, ich würde es ganz ohne Öl in entspr. Umgebung testen !
    Was nicht drauf ist muss auch nicht entfernt werden. Lass dich nicht durch die alten Hasen beirren: Dat häbt wei immer so maakt.



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  13. #13
    Sietz ist gerade online Benutzer Natrium
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    So,

    ich habs letzte Woche ganz ohne Öl probiert. Musste leider feststellen, dass die Teile bereits nach einem Tag leicht verrostet waren.
    Wir nehmen jetzt Estisol an Stelle des sonst verwendeten Öls, weils dünnflüssiger ist und sich auch so scheinbar leichter entfernen lässt.
    Estisol ist ein technischer Fettsäureester und wird eigentlich zum Reinigen verwendet, schützt aber auch gut vor Korrosion.

    hier mal ein Link dazu:

    http://www.life2.kooperationsstelle-...d_Wilsnack.pdf
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  14. Folgender Benutzer sagt Danke zu Sietz für den nützlichen Beitrag:

    Yamm (17.05.2009)

  15. #14
    Avatar von HCN
    HCN
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    Hi,

    eine andere Möglichkeit ist der Einsatz von VCI diese Verbindungen wirken dadurch dass sie stetig verdampfen und durch die Gasphase die Korrosion inhibieren, meistens werden diese VCI auf Trägermaterialien wie z.B. Folien aufgebracht in denen die TEile gelagert werden, aber es werden auch Teile direkt in diese getaucht. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen dass es sehr gut funktioniert, dass ganze hat aber seinen Preis wobei dass natürlich relativ ist.

    Gruß
    Zwei Dinge sind unendlich:
    Das Universum und die menschliche Dummheit!
    Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher...
    Albert E.
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  16. #15
    Avatar von magnum
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    Bitte auch beachten:

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  17. #16
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    Kann dir auch nur empefehlen mit VCI-Papier oder VCI-folie zu arbeiten. Es kommt auch entscheidend darauf an, wie lange die Teile gelagert werden sollen. Unter Umständen kannst du anstatt einem Öl auch ein wasserbasierndes temp. Korrosionsschutzmittel nehmen. Ein mögliches wäre z.B. Prevox. Natürlich müssen die Bauteile vorher getrocknet werden.
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