Re: Salzpruehkammer
Es gibt einige Quellen für Fehlmessungen. Hier mal einige, die mir einfallen:
1.) Unterschiedliche Wasserqualität
2.) Falsche Einstellung (Temperatur, Druck etc.)
3.) Unterschiedliche (oder gar falsche) Befestigung / Anbringung im SS-Schrank
4.) Unterschiedliche Qualität des Salzes
5.) Transport der Teile (z.B. Reibkorrosion)
6.) Lagerung / Lagerbedingungen der Teile vor dem Test
7.) Abstand der Zeit nach der Beschichtung (klassisches Beispiel: Gelbchromatierung noch nicht ausgehärtet)
8.) Unterschiedliche Interpretation des Korrosionsbeginns
9.) Unterschiedliche Qualität der Stanzkanten der getesteten Teile (ist auffällig, wenn die Korrosion an der Kante zu erst beginnt)
Noch ein paar Anmerkungen zu einigen dieser Punkte:
Der Transport, die Lagerung und die Lagerbedingungen werden oft übersehen. Wenn Massenware im Behälter über 500km durch die Welt transportiert werden und die Teile durch Vibration reiben, leidet der Korrosionsschutz massiv darunter. Auch ein gutes Beispiel ist hier eine schlechte Verpackung (Teile schwitzen) und eine schlechte Lagerung, verbunden mit Temperaturschwankungen. Wenn Transport und Lagerung zusammen ein Wechselklima erzeugen, kann man den Test beim Kunden im Prinzip auch verreiben.
Auch die Interpretation von Korrosionsbeginn lässt viel Spielraum. Ich habe zum Beispiel den prozentualen Anteil der Korrosion mitdokumentiert. Kleiner 5% wird nur als solches gekennzeichnet. Dabei durfte ich feststellen, dass besonders die Zinkkorrosion teils "missverstanden" wird. Da wird eine farbliche Veränderung der Passivierung, bedingt durch die Feuchtigkeit, gerne mal als Korrosionserscheinung deklariert. Oder so Hits, wo Korrosion beanstandet wird die man mit der Lupe suchen muss und das am besten bei phosphatierten Teilen.
In der Galvanotechnik ist 1+1 manchmal 1,5, manchmal 2,5 und manchmal sogar 2.
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