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Thema: Es soll rosten.

  1. #1
    Eisenfreund ist offline Unerfahrener Schreiber Barium
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    Standard Es soll rosten.

    Hallo,

    endlich habe ich es geschafft mich hier anzumelden.
    Ich komme aus dem kalten Norden in der Nähe von HH bis 42 Jahre alt und interessiere privat für die verschiedenen Oberfächenveredelungen. Da ich ein blutiger Anfänger bin wäre es toll wenn ich hier und da mal eine Frage stellen dürfte.

    Und damit sind wir gleich bei meinen ersten Schwierigkeiten.
    Ich möchte gerne normeles Stahlblech 5mm St37 von seiner Walzhaut befreien und bekomme die Teile leider nicht in meine Strahlkabine.
    Teile sind max. 100 x 700mm. Gibt es dort ein verlässliches anderes Mittel?

    Als nächstes sollen die Teile rosten möglichst schnell und mit Vernarbungen
    wie ist das am besten zu machen?

    Das ganze werden Verkleidungen und Türen für eine Kamineinfassung und
    sollen anschließend nur mit Leinöl konserviert werden, d.h. die rostige Oberfäche soll erhalten bleiben.

    Ich weiß es ist etwas ungewöhnlich und eigentlich genau das Gegenteil von dem was Ihr sonst versucht, nämlich den Rost fern zu halten aber ich denke mein Problem ist hier bei Euch in den besten Händen.

    Vielen Dank im vorraus.

    Gruss
    Eisenfreund
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  2. #2
    Avatar von CyanH
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    Verdünnte Salzsäure Teile rein fertig.
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  3. #3
    Avatar von H2O
    H2O
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    Wie CyanH schon schreibt können beide Forderungen mit der verdünnten Salzsäure erreicht werden.

    Die Gußhaut aus Eisenoxiden sollten sich in der Salzsäure lösen. Säurereste auf der Oberfläche sorgen für Korrosion. Gezeilt rostige Oberflächen habe ich auch schon erzeugt indem ich eine Sprühflasche mit verdünnter Salzsäure befülle und die Oberflächen einfach öfter mal einsprühe. Wenn die rostige Optik dann passt, Sprühflasche mit Wasser befüllen und die Oberfläche öfter mit dem neutralen Wasser abspülen. Der ganze Vorgang kann ein paar Tage dauern.

    Eventuell ist es auch günstig einen anderen Stahl zu verwenden. Schöne Rostoptik erhält man beispielsweise mit Cortenstahl. Siehe:

    Cortenstahl - Google-Suche

    und

    COR-TEN-Stahl – Wikipedia

    Gruß
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  4. #4
    Eisenfreund ist offline Unerfahrener Schreiber Barium
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    Vielen Dank Euch Beiden für die Tips,
    sehr interessant ist auch der Cortenstahl.
    Werde mal die Salzsäuresprühflaschen Technik
    anwenden.

    Gruss Eisenfreund
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  5. #5
    Avatar von Yamm
    Yamm ist offline Administrator Administrator - Sauerstoff
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    Auf blankem Stahl sollte es auch mit NaCl - Lösung aufbringen gut funktionieren. Der SS-Test nach DIN 50021 ist ja nichts anderes, nur eben definiert als Dampfnebel und Temperatur. Der Vorteil ist dabei, dass man keine HCl braucht. Einfach nur 5 bis 10 % Kochsalzlösung.
    In der Galvanotechnik ist 1+1 manchmal 1,5, manchmal 2,5 und manchmal sogar 2.
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  6. #6
    Avatar von magnum
    magnum ist offline Erfahrener Benutzer Silber
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    Zitat Zitat von Eisenfreund Beitrag anzeigen
    Ich möchte gerne normeles Stahlblech 5mm St37 von seiner Walzhaut befreien
    ............ dafür bräuchte er schon etwas HCl.


    Cortenstahl ist eine sehr elegante Lösung.


    /magnum
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  7. #7
    Avatar von H2O
    H2O
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    Zitat Zitat von Yamm Beitrag anzeigen
    Auf blankem Stahl sollte es auch mit NaCl - Lösung aufbringen gut funktionieren.
    Ja, das funktioniert auch aber es dauert sehr viel länger. An dieser Stelle ein wenig Korrosionskunde, sehr einfach gehalten damit es verdaulich bleibt:

    Zunächst ist es vielleicht für manchen der sich nicht mit Korrosion beschäftigt nicht einleuchtend wenn ich z.B. schreibe dass Anlauf-, Fleckenbildung- oder auch das Beizen, Brünieren und andere Oberflächengeschehnisse oder -behandlungen im Prinzip alles Korrosionsvorgänge sind. Ist das erst mal verstanden erklärt sich schon von selbst warum man mit Salzsäure schneller und stärker Korrosion erzeugen kann als mit Kochsalz. Aber dazu noch ein paar weitere Erklärungen: In Abhängigkeit zur Stellung in der Spannungsreihe der Metalle ergibt sich auch eine pH-Abhängigkeit für das chemische Verhalten der Werkstoffe das allgemein formuliert etwa so dargestellt werden kann:

    unedle Werkstoffe verhalten sich in sauren Lösungen unedler und in alkalischen Lösungen edler (man kennt beispielsweise die gute Beständigkeit von Stahl gegen alkalische Medien). Bei edlen Werkstoffen verhält es sich umgekehrt diese verhlaten sich in sauren Lösungen edler in alkalischen Lösungen unedeler (z.B. Kupfer kann in alkalischen Lösungen leichter oxidiert werden, bzw. wird schon von Luftsauerstoff oxidiert).

    Bestimmte Korrosionsvorgänge können durch diese Grundlagen auch einfach erklärt werden:

    z.B. Spaltkorrosion von rostfreiem Stahl: rostfreier Stahl braucht für die Korrosionsbeständigkeit oxidierende Bedingungen. In Spalten verarmt jedoch der Sauerstoff und z.B. gleichzeitig vorhandene Halogenionen zerstören die Oxidschicht. Damit verbunden ist die Absenkung des pH-Werts und eine gleichzeitige rasante Zunahme der Korrosionsgeschwindigkeit.

    Gruß

    H2O
    Geändert von Yamm (20.01.2010 um 05:03 Uhr)
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  8. Folgende 3 Benutzer sagen Danke zu H2O für den nützlichen Beitrag:

    Eisenfreund (19.01.2010), Galvano-Fox (20.01.2010), Thinline (19.01.2010)

  9. #8
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    Ich würde es auch mit HCl machen, allerdings würde ich die entstandene Schicht anschließend mit Gerbsäure (Tannin) behandeln, damit das schöne Farbbild erhalten bleibt.
    Korrosionsschutz für Rost :-)

    Hab ich selbst schon versucht und es hat wunderbar geklappt.
    Geändert von Yamm (20.01.2010 um 05:03 Uhr)
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  10. #9
    Avatar von Yamm
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    Zitat Zitat von H2O Beitrag anzeigen
    Ja, das funktioniert auch aber es dauert sehr viel länger.
    Natürlich dauert es länger, aber ich wollte eine Alternative nennen für Leute, die nicht mit Salzsäure hantieren wollen.
    In der Galvanotechnik ist 1+1 manchmal 1,5, manchmal 2,5 und manchmal sogar 2.
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  11. #10
    Avatar von Galvano-Fox
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    Gute Idee, Yamm,

    aber wie so oft ist es wieder mal die Geschwindigkeit, die den Zauber ausmacht...
    Und was den Umgang mit gefährlichen Chemikalien angeht - wie oft hatten wir das Thema schon alleine in den letzten Monaten????
    Sogar im Hobby-Forum scheuen sich die Leute nicht, nach Rezepten und Empfehlungen mit konzentrierten Säuren und Laugen zu posten. Der Menschheit ist so nicht zu helfen...
    Nur durch gezielte Auflärung über die Gefahren dieser Stoffe. Wer einmal gehört hat, dass sich selbst Profis an manche Dinge (wie Flußsäure) heranwagen und das auch Leuten mit guter Schutzausrüstung schlimme Unfälle passieren können sind sie entsprechend vorsichtig bzw. steigen auf andere Verfahren um!
    Ich empfehle zu diesem Thema eine kleine Netz- Recherche, ob es nicht irgendwo Bilder von richtig üblen Verätzungen o.ä. gibt...zur pädagogischen Abschreckung.
    Wäre das etwas für den nächsten Fotowettbewerb? Zumindest für das Bildarchiv von GP.
    LG Euer

    Galvano-Fox

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  12. #11
    Avatar von magnum
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    Zitat Zitat von Galvano-Fox Beitrag anzeigen
    Ich empfehle zu diesem Thema eine kleine Netz- Recherche, ob es nicht irgendwo Bilder von richtig üblen Verätzungen o.ä. gibt...zur pädagogischen Abschreckung.
    Wäre das etwas für den nächsten Fotowettbewerb? Zumindest für das Bildarchiv von GP.
    Ein Wettbewerb mit dem Leiden anderer Menschen ......... wohl eher nicht. Der Themenstarter wollte Möglichkeiten genannt bekommen , wie er ST37 zum Rosten animiert.

    Dazu gehört u.a. auch die Methode mit NaCl.
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  13. #12
    Avatar von Yamm
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    Geschwindigkeit ist relativ. In einer SS-Kammer (au man, die Abkürzung ist echt böse) habe ich auf blanken Stahl nach zwei Stunden den schönsten Rotrost, nach sechs Stunden sehe ich nichts anderes. Das kann man sogar zu Hause nach bauen, nur nicht ganz so genormt. Einfach 5% Salzlösung in einen Kochtopf, Teil an einem Stab festbinden und rein baumeln lassen. Dann das Wasser leicht aufkochen, so dass sich ein leichter Dampf bildet.

    Das Teil sollte halt in den Kochtopf passen.
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  14. #13
    Avatar von Galvano-Fox
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    Zitat Zitat von magnum Beitrag anzeigen
    Ein Wettbewerb mit dem Leiden anderer Menschen ......... wohl eher nicht. Der Themenstarter wollte Möglichkeiten genannt bekommen , wie er ST37 zum Rosten animiert.

    Dazu gehört u.a. auch die Methode mit NaCl.
    Sorry magnum,

    Du hast mich etwas Missverstanden...
    Wenn man solche Fotos durch einen "Fotowettbewerb" einstellen ließe, müssten es selbstredend die Eigenen sein!
    Aber böse Bilder haben sowieso nur sehr selten eine abschreckende Wirkung - sonst gäbe es bei all den verfügbaren Bildern von Raucher- Krankheiten kaum noch Absatzmärkte für die Glimmstängel...

    Und natürlich gehört die NaCl- Methode hier herein!
    In meinen Augen als "sichere" Alternative sogar noch vor die HCl- Variante!
    Ich wollte mit meinem Beitrag auch nur darauf hinweisen, dass es in diesem Forum seit ich Mitglied bin schon sehr viele Beiträge gab, in denen auf die zum Teil erheblichen Gefahren im Umgang mit Chemikalien hingewiesen wurde. Das schreckt dennoch niemanden ab, die Chemie- Hammer- Methode anstatt der Chemie- Streichel- Methode zu wählen (leider...).
    Ich bin wirklich einer der letzten, die in irgendeiner Form diese Gefahren verharmlosen will!
    Während meiner Lehrzeit habe ich mir selbst (durch Bequemlichkeit) eine böse Laugenverätzung an beiden Oberschenkeln zugezogen, die höllisch weh tat, während sich meine Haut in Streifen ablöste...
    Seitdem bin ich persönlich im Umgang mit Chemie lieber eine Spur zu vorsichtig!
    LG Euer

    Galvano-Fox

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  15. #14
    Avatar von magnum
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    Zitat Zitat von Galvano-Fox Beitrag anzeigen
    Wenn man solche Fotos durch einen "Fotowettbewerb" einstellen ließe, müssten es selbstredend die Eigenen sein!

    Mal ganz ohne Scheiss - so einen Thread hatt ich schon vor

    Zeigt her eure Wunden !

    Leider sah meine "Wunde" auf dem Foto (Körperteil: Arm) nach etwas ganz anderem aus

    So habe ich mich dann nicht mehr getraut.


    /magnum
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  16. #15
    Avatar von H2O
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    @ Yamm. Die selbstgebaute Salzkammer wird nicht wie gewünscht funktionieren, oder ich habe etwas missverstanden. Wenn die Teile im Dampfraum positioniert werden kommt kein Salz auf die Oberfläche sondern nur dest. Wasser. Wenn in die heiße Brühe getaucht wird fehlt der Sauerstoff für schöne Rostbildung. Gruß - H2O
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